Die Stadt Rhodos hat heute ca. 60.000 Einwohner und liegt an der gleichen Stelle, an der im Jahre 408 v. Chr. die antike Stadt Rhodos gegründet wurde. In der seit nun mehr als 2.400 Jahren währenden Geschichte der Stadt finden sich Zeugnisse aus allen geschichtlichen Epochen der Insel.
Die antike Stadt war wesentlich größer als die heutige und ihre Mauern erstreckten sich weit nach Süden und sollen eine Fläche von ca. 700 Hektar umschlossen haben. Die mittelalterliche Stadt hingegen umfasste nur etwa 48 Hektar. Die antike Stadt wurde nach dem Stadtbausystem des Ippodamos geplant und als eine der schönsten Städte ihrer Zeit bewundert. Der Planung nach sollten mehrere Straßen parallel von Westen nach Osten und von Norden nach Süden verlaufen und sich in rechten Winkeln schneiden. Der Geograph Strabon hielt die Stadt Rhodos für die schönste Stadt der damaligen Zeit und beschrieb
sie mit den Worten: Es gibt keine andere Stadt von der wir sagen können, sie wäre ihr ebenbürtig oder überlegen.
Die Einwohnerzahl der antiken Stadt wird in ihrer Blütezeit im 3. und 2. jahrhundert v. Chr. auf ca. 80.000 geschätzt. Innerhalb der Mauern gab es zwei Akropolen, die eine auf dem Hügel "Monte Smith", die andere an der Stelle, wo sich heute das Kastell der Kreuzritter befindet.
Das
heutige Rhodos bietet einen eindrucksvollen Wechsel von Farben und Formen. Ein
Bummel durch die Inselhauptstadt gleicht fast einer Zeitreise. Auf der einen Seite die als eine der modernsten Städte Griechenlands geltende Neustadt mit ihren zahlreichen Geschäften und Boutiquen und auf der anderen Seite die wesentlich sehenswertere Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Flair.
So vermittelt das heutige Rhodos traumhaft schöne Küsten, moderne Bauten, malerische und romantische Stadtteile, sehenswerte mittelalterliche Mauern, byzantinische Kirchen und türkische Minarette.
Auffallend und einzigartig ist das viele Grün der Stadt und die üppige Vegetation. Die vielen Palmen vermitteln den Eindruck, den Tropen ganz nahe zu sein.
Besonders beeindruckend ist der Blick von der Meerseite auf die Stadt. Sie erhebt sich über dem Hafen hinter der gewaltigen Stadtmauer, überragt von den Türmen der Kirchen und Minarette der türkischen Moscheen.
Die Insel und insbesondere die Stadt Rhodos haben in den vergangenen vierzig Jahren einen riesigen Aufschwung genommen. Viele Rhodier, die in andere Länder abgewandert waren, kamen zurück auf die Insel, um an diesem Aufschwung teilzuhaben. Es setzte eine ungewöhnliche Bautätigkeit ein, die nicht zuletzt ihren Grund in dem sich sehr schnell entwickelnden Tourismus hatte. In der Folge entstanden unzählige Hotelkomplexe, Restaurants, Tavernen und Geschäfte, die heute die wirtschaftliche Grundlage und den Wohlstand der Insel bilden.
Wahrscheinlich gibt es nirgendwo sonst eine Stadt von der Größe von Rhodos, die mit ihren ca. 4.000 Geschäften in der alten und in der neuen Stadt dem Käufer kaum einen Wunsch unerfüllt lässt. Durch die im Jahre 1948 geschaffenen besonderen Zollbestimmungen, die nach den Jahrhunderten der Fremdherrschaft die wirtschaftliche Lage der Insel verbessern sollten, kann man auf Rhodos importierte Waren kaufen, die oftmals deutlich günstiger als in den Herstellungsländern sind.
Die Stadt ist auch ein idealer Ort für Weltenbummler. Sie bietet mit dem quirligen Nachtleben, dem reichhaltigen Angebot an Unterhaltung und dem
Spielcasino für jeden Geschmack etwas.
Die Häfen von Rhodos sind Anlegepunkt für die größten Kreuzfahrtschiffe aus allen Teilen der Welt und der riesigen Fähren, die Rhodos mit dem Festland verbinden. An manchen Tagen liegen gleich mehrere von ihnen im Hafen und können dort bestaunt werden.
Der wohl bekannteste Hafen von Rhodos-Stadt ist der Mandraki-Hafen. Von hier legen die Schiffe zu den beliebten Ausflugsfahrten und auch zu den benachbarten Inseln sowie in das türkische Marmaris ab. Der Hafen war der Kriegshafen des antiken Rhodos und die Hafeneinfahrt konnte zu jener Zeit mit Ketten verschlossen werden. Heute schmücken die Einfahrt zwei Säulen mit den
Statuen der Wappentiere von Rhodos, dem Hirsch und der Hirschkuh.
Der Legende nach soll auch hier der berühmte Koloss von Rhodos gestanden haben, was aber eher unwahrscheinlich ist.
Auf der Mole stehen drei sehr gut erhaltene Windmühlen - sie gelten als Wahrzeichen von Rhodos.
Am Ende der Mole beherrscht die Festung Ajios Nikolaos den Hafen. Sie wurde im
15. Jh. von den Kreuzrittern zum Schutz des Hafens gegen türkische Angriffe
erbaut.
Schon wegen der herrlichen Ausblicke auf die Stadt Rhodos, über das Meer und die Küsten, lohnt der Aufstieg auf den 111 Meter hohen Monte Smith. Auf dem Hügel liegen mit der antiken Akropolis die wenigen Überreste der einst riesigen Inselmetropole. Wichtigster Schauplatz ist die südliche Akropolis mit den weithin sichtbar wieder aufgerichteten dreieinhalb dorischen Säulen und dem Architrav des Apollon-Pythios-Tempels. Etwas tiefer gelegen findet man das etwa 800 Zuschauer fassende halbrunde Theater, dessen Rückwand am Tempelfelsen liegt. Das Theater soll auch den Schülern der berühmten rhodischen
Rednerschule als Übungsplatz gedient haben. Als dritter Bau liegt hier das aus
dem 2. Jh. v. Chr. stammende, nach Norden offene lang gestreckte Stadion, das
größtenteils wieder aufgebaut wurde. Es verfügt über sechs Reihen steinerner
Zuschauerplätze und hat eine Länge von 192 m und eine Breite von 35 m.
Die nördliche Akropolis erreicht man über eine asphaltierte Straße, die hinter dem Apollon-Tempel Richtung Rhodos-Stadt führt. Hier standen in der Antike die Tempel der Athena und des Zeus.
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